Neues vom Acker KW 48

Liebe Solawistas,

Büro, Büro, Büro! Den Wirtschaftsplan machen, Baustellen fürs nächste Jahr planen, notwendige Reparaturen priorisieren und vorbereiten, die Übersicht über die Lagerbestände erstellen und die Rausgabe über die nächsten Monate überschlagen, checken und gegenchecken (und noch mal checken, zur Sicherheit), Zeit nutzen zur Weiterbildung (der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Gemüsebau, die veränderten Förderrichtlinien der EU für die Landwirtschaft im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)), den Anbau für das nächste Jahr planen – wir sind im Moment gut ausgelastet mit Schreibtischarbeit. Und dann kündigt sich ja auch schon die nächste Bietrunde an …

Wie jedes Jahr sind diese Planungen auch immer mit ein wenig Herzklopfen verbunden, dieses Jahr vielleicht etwas mehr als sonst: Reicht das Lagergemüse oder müssen wir wieder Lieferpausen machen? Wie vielfältig können wir die wöchentlichen Lieferungen zusammenstellen? Nach der Schneckenplage im letzten Jahr haben die Temperaturen in diesem Sommer dazu geführt, dass wir deutlich weniger Kohl, eine unserer wichtigsten Lagerkulturen, ernten konnten als geplant. Gleichzeitig haben wir eine Möhrenschwemme. Und dann beeinflusst das Wetter auch die Lagerfähigkeit des Gemüses …

Wie kriegen wir es hin, einen Wirtschaftsplan zu erstellen, der uns einen guten, nachhaltigen Betrieb der Gärtnerei ermöglicht und der gleichzeitig niemanden finanziell an seine/ihre Grenzen bringt oder ausschließt (weder bezahlte Mitarbeitende noch Mitglieder)?

Wie schaffen wir es, als Solidargemeinschaft zusammenzurücken und zusammenzuhalten, wenn gefühlt alles gerade schwierig und unsicher und mit Einschränkungen verbunden ist und jede/r doch eigentlich mit dem eigenen Leben genug zu tun hat oder zu tun haben könnte? Aufgaben aufteilen, niemanden überfordern, niemanden hängenlassen, alle, die mitmachen möchten (und keine menschenverachtenden Einstellungen haben, klar), auch mitnehmen können – wie schaffen wir das?

Denn wichtig ist es nach wie vor bzw. sogar mehr denn je, auf regionale ökologische Lebensmittelproduktion zu setzen! Kurze Wege, dadurch weniger Energieverbrauch. Keine unnötigen Verpackungen. Kleinteilige, kleinräumige Landwirtschaft, die Bodenleben und Biodiversität fördert. Keine Ausbeutung von Menschen aus ärmeren Ländern. Wenig bis keine Abhängigkeit von globalen Lieferketten. Keine Dumpinglöhne. Keine Ausbeutung von Mensch, Tier, Boden und Umwelt.

Wir hoffen sehr, dass die meisten von euch nach wie vor diese Wertvorstellungen und Überzeugungen mit uns teilen und uns trotz Inflation und allem, was gerade so ist, erhalten bleiben!! Oder besser nicht trotz, sondern genau deswegen.

Habt eine schöne Restwoche!

Kristina

5 Kommentare zu „Neues vom Acker KW 48“

  1. Liebe Kristina und Inga, Jakob und Steffen, tausend Dank für eure Gedanken und Überlegungen in diesen ver-rückten Zeiten.
    Herzliche Grüße, Uta

  2. Jo, ich finde auch, dass du sehr gut in Worte gefasst hast, was die großen Fragezeichen derzeit ausmacht.
    Lasst uns zuversichtlich bleiben!! Das wünsche ich uns allen – auch wenn’s manchmal schwerfällt, besonders im dunklen kalten Winter.
    Wir bleiben dabei!
    Herzliche Grüße, Birte

  3. Hallo ich finde deinen Beitrag auch Zeitgemäß, aber ich möchte euch auch darauf hinweisen das ihr bei der Jahresplanung bedenken musst, das der Strom sich um fast 100% erhöht ich muss z.B. statt 300,-€ im Monat 550,-€ zahlen und möchte von euch statt 70,-€ im Monat 130,-€ als Abschlag! und ich möchte auch wissen wie die Anzucht der Jungpflanzen laufen soll 2023 – nicht mit Strom! OK und wenn mit Holz geheizt werden soll – wer macht es z.B. am Wochenende / Nachts..? ich nur bedingt und ihr braucht da eine Einführung wie der Ofen mit Holzheizung nicht überhitzt wird. Die Energie Frage ist nicht zu unterschätzen bei aller Solidarität. alles weitere mündlich.. Gruß Wolfgang

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